Philipp Scharrenberg – Germanistik ist heilbar

Poetry und Wie-Kabarett
… oder doch nicht? So genau weiß das keiner. Aber was sagt schon der Titel
über ein Programm aus? Und eigentlich geht es gar nicht um Germanistik.
Sondern um das, was sie aus einem Menschen macht. Einen wie Philipp
Scharrenberg etwa, einen Wortfetischisten, der sich die Liebe zur Sprache
bewahrt hat – trotz Studium (!). Einen feinsinnigen Reimwerker, den
Uhrmacher unter den Verseschmieden, irgendwo pendelnd zwischen PoeTICK
und AllTACK. Und einen NERD (kurz für: Nie Echt Richtig Dazugehörend), der
immer etwas abseits steht, um das Publikum an seiner Sicht auf die
Gesellschaft teilhaben zu lassen. Ein bisschen Philosoph, ein bisschen
Querdenker, ein bisschen Klugscheißer – ein philosophischer Querscheißer
sozusagen.
Zweifel an der Heilbarkeit sind also angebracht, wenn der verirrte Germanist
und mehrfache Deutschsprachige Poetry Slam Champion die Bühne entert
und zur Reime-Kanone greift. Damit die Solo-Show nicht zur Lesung
verkommt, nutzt er die Gelegenheit, sich in allen Genres auszutoben: Slam
Poetry, Songs, Raps, Hörspiele, Kurzgeschichten – Scharrenberg macht
Narrenwerk und schickt sicherheitshalber die eigene Interpretation voraus.
Sinn ist das, was du drin siehst.
Ist das Kabarett? Vielleicht nicht. Aber die vegetarische Alternative: Wie-
Kabarett. Kleinkunst statt Großkotz. Nicht nur für Deutschlehrer (trotzdem
willkommen), sondern alle, die wissen wollen, was sich so alles anstellen
lässt mit dem Zeug, das man täglich in den Mund nimmt. Kurz: Unterhaltung
für Menschen mit Hunger im Kopf!
www.philippscharrenberg.com