Anyone´s Daugh­ter – Living the Future

„Wir möch­ten ein­fach schö­ne Musik machen, die die Leu­te berührt“, sagt Key­boar­der Mat­thi­as Ulmer. Die­ses Cre­do umreißt die  Idee der Band Anyo­nes Daugh­ter in allen ihren Inkar­na­tio­nen: Es gilt für ihre ers­te Kar­rie­re in den Jah­ren 1977 bis 1984, in der sie  mit sechs Alben und rund 500 gespiel­ten Kon­zer­ten deutsch­land­weit die Men­schen mit kom­ple­xer, melo­di­scher Rock­mu­sik begeis­ter­te. Das gilt genau­so für ihre zwei­te Kar­rie­re, die im 21. Jahr­hun­dert in leicht ver­än­der­ter Beset­zung mit dem Aus­nah­mesän­ger André Cars­well bis­lang zwei Stu­dio­al­ben ablie­fer­te. Die die gro­ßen Melo­dien der frü­hen Jah­re als unver­kenn­ba­res Trade­mark bewahr­ten, dabei aber musi­ka­lisch schnel­ler auf den Punkt kamen und vor allem durch die ange­neh­me, war­me Stim­me Cars­wells der Musik eine neue Dimen­si­on erschlossen.

Und das Cre­do gilt ins­be­son­de­re für die Trio Beset­zung, mit der neben Ulmer jetzt Grün­dungs­mit­glied und Gitar­rist Uwe Kar­pa und Sän­ger André Cars­well wie­der auf Tour gehen.. Wer glaubt, hier wür­den ver­ein­fach­te „Lagerfeuer-Versionen“ der kom­ple­xen Anyo­nes Daugh­ter Arran­ge­ments aus über 30 Jah­ren gege­ben, der irrt. Die drei sind ein voll­wer­ti­ges Rock-Kammerorchester, das die   emo­tio­nal anrüh­ren­den Kom­po­si­tio­nen mit kom­ple­xen akus­ti­schen Arran­ge­ments ver­bin­det. Und das mit einer schein­ba­ren Leich­tig­keit zele­briert, die der Fan­ta­sie des Publi­kums Flü­gel wach­sen lässt.

„Die Trio-Besetzung ist eine ech­te Her­aus­for­de­rung für uns“, sagt Ulmer. „Neben­bei über­ra­schen wir uns selbst immer wie­der mit  Stü­cken, die sich zunächst der akus­ti­schen Umset­zung zu sper­ren schei­nen – und dann doch her­vor­ra­gend in die­ses Kon­zept pas­sen. Aber genau an sol­chen Songs erkennt man: Wenn das die so funk­tio­nie­ren, sind es auch   gute Kompositionen“.

Nach neun Jah­ren Stu­dio­pau­se soll end­lich auch im Früh­jahr 2014 das drit­te Album der kom­plet­ten Band­be­set­zung des 21. Jahr­hun­dert erschei­nen. „Ich sage zwar schon seit fünf Jah­ren: Nächs­tes Jahr kommt’s. Aber nächs­tes Jahr kommt es wirk­lich“ lacht Mat­thi­as Ulmer. Die Song­wri­ting Ses­si­ons sind jeden­falls bereits im Gan­ge – und die Trio-Tour dürf­te die Vor­freu­de der Fans auf das kom­men­de Stu­dio­werk sicher stei­gern. Es wird sich in jedem Fall als kon­se­quen­te Wei­ter­ent­wick­lung in die lan­ge Geschich­te der Band einfügen. 

Die 1977 zum ers­ten Mal grö­ße­res Auf­se­hen erreg­te. Damals konn­te man vor allem im deut­schen Süd­wes­ten in Kon­zert­sä­len und auf Fes­ti­vals ein voll­kom­men unzeit­ge­mä­ßes Phä­no­men beob­ach­ten: Auf der Büh­ne stand eine Band, die zur Blü­te­zeit des Punk lie­ber Her­mann Hes­se ver­ton­te und das drei­vier­tel­stün­di­ge „Pik­tors Ver­wand­lun­gen“ – ein Stück höchst ver­track­ter Rock­mu­sik – in den Mit­tel­punkt ihrer Büh­nen­show stell­te. Ihre Fans wieg­ten sich sanft im Patchouli Duft zur Musik, die Damen ger­ne in lila Latz­ho­sen beklei­det, die Her­ren in selbst­ge­ba­tik­ten T‑Shirts gewan­det. 1979 brach­ten die jun­gen Män­ner – alle um 20 Jah­re alt – ihre ers­tes Album „Ado­nis“ auf den Markt: ver­spiel­ter, anspruchs­vol­ler Pro­gres­si­ve Rock. „Wir waren eigent­lich für die Musik­rich­tung spät dran, spä­ter als Eng­land auf jeden Fall.“ schmun­zelt Mat­thi­as Ulmer, der die Band zusam­men mit Gitar­rist Uwe Kar­pa schon im zar­ten Alter von 14 Jah­ren ins Leben geru­fen hat­te. Ein­flüs­se von Yes und Gene­sis waren in ihrer Musik zu hören, aber sie haben immer kon­se­quent ihr eige­nes Ding gemacht. Kein Wun­der, dass sie sich nur ungern in die Schub­la­de „Pro­gres­si­ve Rock“ ste­cken las­sen. Ihr zwei­tes Album zeig­te, dass sie auch anspruchs­vol­len Pop kön­nen: Es warf mit „Moria“ einen Hit ab, der über 30 Jah­re spä­ter im Süd­wes­ten der Repu­blik noch im Radio zu hören ist.

Mit dem deut­schen Album „In Blau“ setz­te sich die Band selbst ein Denk­mal. Es gilt bei vie­len Fans bis heu­te als das bes­te und abwechs­lungs­reichs­te Album der Band. Für die Fans aber waren vor allem die Kon­zer­te mehr als Musik. „Auf jeden Fall“ bestä­tigt Ulmer. „Es kom­men heu­te auch noch Leu­te von damals ins Kon­zert. Man merkt schon, dass das für die ein Teil ihres Lebens war“. Das und das Gefühl, dass hier noch „unfi­nis­hed busi­ness“ zu erle­di­gen war, führ­te schließ­lich 2000 zu einer Neu­for­mie­rung der Band, von der noch eini­ges zu erwar­ten ist.

 

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22.01.2023 | 19:00

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